Hilda von Auersperg 1924

Dreiviertel Portrait in sitzender Stellung vor stark stilisiertem Landschftshintergrund, rechte Hand auf dem Oberschenkel aufliegend, linke Hand auf Sitzgelegenheit abgestützt. Seitenasicht von links, Oberkörper und Kopf nach links gewandt, den Betrachter anblickend. Die Dargestellte trägt ein ärmelloses blaues Seidenkleid mit Rundausschnitt, darüber ein durchsichtiger weisser Chiffon, über die Unterschenkel ein blauer Mantel mit Pelzkragen; sie trägt einen Perlenring am Ringfinger der linken Hand.

Öl auf Leinwand 125 x 88 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams 1924
Privatsammlung Österreich.

Hildegard Karoline Johanna Maria „Hilda“, geb. von Auersperg (11.6.1895 Wien bis 18.11.1981 Vermont, USA). 1. Ehe (1922) mit Otto von Pollak-Parnegg (1878-1937); 2. Ehe (1928) mit Auguste Olympe Hériot (1886-1951); 3. Ehe (1946) mit Luis Nathaniel Rothschild (1882-1951).
Aus alter hocharistrokatischer Familie stammend, kümmerte sich Hilda Auersperg eher wenig um adelige Konventionen, was in ihrern mehrfachen –und aus adeliger Sicht unstandesgemässen-- Ehen Ausdruck fand. Zwei Ihrer Ehemänner waren nobilitierte Juden, einer ein französischer Kaufhauserbe (Grands Magasins du Louvre) und Boxer. Gemeinsamkeit waren ihr (grosser) Reichtum und die Bereitschaft einen alternativen und glamorösen Lebensstil ihrer Gattin nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu finanzieren.

1924 war Hilda verheiratete Baronin von Pollak-Parnegg, eine Familie mit der Adams bekannt war (und 2 Damenportraits malte: 1908 Gisela Groedel, geb. Pollak-Parnegg, und 1923 Ella Pollak-Parnegg). Als Wohnsitz diente das Wasserschloss Hadersdorf in Wien. Mit ihrem 2. Ehemann (der nach einer unglücklichen Liebesaffaire mit der berühmten [Kurtisane] Colette wohl gerne Paris verlies), bezog Hilda ein völlig konträres, aber nicht weniger spektakuläres Domizil im Prater-Cottage: die 1931 im Bauhaustil erbaute und eingerichtete Villa Hériot (mit indoor Schwimmbad mit Unterwasserbeleuchtung, Fechtsaal, etc.). Auch diese Ehe endete 1938 in Scheidung, und nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschlad ging Hilda in die USA, wo sie sich mit einem weiteren Wiener Emigranten 1946 verehelichte, den erst nach längerer GESTAPO Haft ins Exil entlassenen Luis Nathaniel Rothschild. Sie bewohnten die Ellis Farm in Vermont. 1947 holte Hilda ihren in Wien vebliebenen Besitz in die USA (BDA Ausfuhr Zl 272/47 GZ 3489/47) nach, unter anderem ein Adams Portrait von Luis Nathaniel Rothschild ebenso aus 1924 (verschollen), was eine engere Verbindung der beiden bereits in Wien zur Zeit als Baronin Pollak-Parnegg nahelegt. Das Adams Portrait von Hilda verblieb aber in Österreich, wo es bis heute die Besucher des in ein Hotel umgewandelten Auersperg Schlosses erfreut.

Ausgestellt

1924 Künstlerhaus Wien (KH EL 72 1924/25 #2306).

Literatur

Provenienz

Dargestellte.
Deren Familiennachkommen,
Privatbesitz Österreich.

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