John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Totengebet im Armenhaus von Volendam 1903

Bildbeschreibung: s. unten.

Öl auf Leinwand, 198 x 244 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams Volendam 1903
Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museum Mumbai Sir Dorab Tata Collection 33.38

Gruppenbild von sechs Personen um einen aufgebahrten, offenen Sarg versammelt, das Totengebet sprechend. Vom Sarg nur der Fussteil erkenntlich, davor ein Flechtstuhl. Die Szene indirekt von einer Kerze (nicht sichtbar) am Kopfteil des Sarges beleuchtet. Die Personengruppe mit zum Gebet gefalteten Händen besteht aus vier weisshaarigen Männern, einer ein Gebetbuch haltend, und zwei Frauen, die mit weissen Häubchen und weissen Schultertuch Volendamer Tracht tragen. Das Interieur ist durch Holzwände, an denen sich ein Bild und ein silbernes Weihwasserbecken befinden, dargestellt. Durch eine offene Türe blickt man in eine Küche mit Fenster ins Freie. Die verwendeten Farben sind gedämpft und in Braun- und Dunkelblautönen gehalten mit wenigen weißen Farbakzenten.

Trotz der düsteren Thematik ein effektvolles Genre-Bild aus der Volendam Periode, das besonders durch das extreme Großformat, der rembrandesquen Farbgebung, und die raffinierte indirekte Beleuchtung besticht. Entgegen Benzit’s Behauptung, dass das Bild für die Totenkapelle des Volendamer Friedhofs bestimmt war (eine solche existiert in Volendam gar nicht), war das Bild wohl immer zur Ausstellung und zum Verkauf bestimmt. 1903 erstmals in Wien im Künstlerhaus ausgestellt, wurde es 1906 anlässlich einer Ausstellung in London für die Kunstsammlung der Gebrüder Sir Ratan(ji) (1871-1918) und Sir Dorab(ji) Tata (1859-1932), von letzterem erworben. Sir Ratan vermachte rund 120 seiner Bilder testamentarisch dem neugegründeten Prince of Wales Museum in Mumbai, und später vermachte Sir Dorab weitere 50 Werke denselben Museum, darunter das Adams Gemälde, das im Museum prominent plaziert, aber unvorteilhaft gehängt ist (das Bild ist hinter Glas und zahlreiche Fenster der Galerie spiegeln sich darin).

Querverweise

Ausgestellt

1903 Künstlerhaus Wien (EL 47 #1337); ausgezeichnet 1904 mit der kleinen goldene Staatsmedaille.

1905 IX. Intern. Kunstausstellung, Glaspalast, München (mit Goldener Staatsmedaille ausgezeichnet).

1906 Imperial Austrian Exhibition, Earls Court, London (Ankauf d. Sir Dorab Tata).

Literatur

Spear, Richard E., Colonial collectors: the Tata bequests of nineteenth-century European paintings in the Mumbai Museum, The Burlington Magazine January 2008: 15-27.

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 49, Kat.#18, Abb.#9.

Provenienz

Künstler.
1906 Sir Dorab Tata, London.
1932 Widmung an Prince of Wales Museum Mumbai.
Seither dort in der Sir Dorab Tata Gallery ausgestellt,
Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museum Mumbai

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