John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Sturmgasse beim zerstörten Werk VII Przemysl 1915

Blick in eine sandfarbene Grube einer Befestigungsanlage, deren linke Wand durch Holzstämme und Bretter gesichert ist, darauf zahlreiche Holzpfähle wohl für einen Stacheldrahtverhau. In der Grube zahreiche Beton- und Holztrümmer. Im Vordergrund zwei zerfetzte Birkenstämme, zwei weitere Baumleichen sowie ein Wachsoldat in blauer Uniform im Mittelgrund sichtbar. Im Hintergrund weite grüne Hügellandschaft, darüber ein grauer Himmel.

Öl auf Karton auf Leinwand 38 x 48 cm.
Signatur: Ɑdams. Sturmgasse Werk VII. Przemyl 8. Juni 1915
Heeresgeschichtliches Museum Wien HGM Inv.Nr.KBI157 Bez.Nr.2974/2007

Ein Bild das die totale Zerstörung des Krieges treffend illustriert und durch die Abstrakheit des Chaos eine unerwartete künstlerische Qualität gewinnt. Dargestellt ist die Festung Przemysl, die von der russischen 11. Armee monatelang belagert, am 22.3.1915 aufgegeben wurde nachdem die Besatzung alle Festungeswerke gesprengt und alles Kriegsmaterial vernichtet hatte. Am 3. und 4. Juli 1915 wurde die nunmehr wertlose Festung von den k.u.k. Truppen zurückerobert. Das Zerstörungswerk der eigenen Armee wird hier von Adams realistisch dargestellt. Dieser Kontext wird wohl bei den Kriegsausstellungen des Werkes nicht hervorgehoben worden sein, wo Kriegsschäden in der Regel dem Kriegsgegner zugeschrieben wurden. Auch bei diesem Bild ist Adams Datierung (Juni) um einen Monat zu früh. Sie ist wohl erst nachträglich gemacht worden (etwa bei der Ablieferung des Bildes ans Kriegspressequartier, oder vor der Ausstellung in Wien) und beweist, daß Datierungen historischer Ereignisse von Künstlern auch fehlerhaft ein können und daher mit anderen Quellen quer-geprüft werden müssen.

Querverweise

Ausgestellt

1915 Künstlerhaus Wien (EL 60 1915/16 #1245)

1917 Künstlerhaus Wien Kollektivausstellung John Quincy Adams No. 13 (EL 61 1916/17 #513).

Literatur

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, 1995, S. 134, Kat.#102, Abb.#73.

Provenienz

Vom Künstler ans k.u.k. Kriegspressequartier, von diesem ans k.u.k. Heeresmuseum übergeben.
HGM Wien Inv.#Inv.Nr.KBI157 Bez.Nr.2974/2007

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