John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Steffy Adams 1905/06

Ganzkörperportrait en face in sitzender Stellung, die Beine überkreuzt. Rechte Hand auf dem Schoß ruhend, linke Hand auf einer Kommode abgestützt, Kopf leicht geneigt in Richtung Betrachter blickend, mit diesem aber nicht in direkten Augenkontakt. Sie trägt ein Kleid mit rundem Ausschnitt und breiten, waagrechten Streifen. Die Ärmel sind am Oberarm mit zwei Schleifen verziert. Wohninterieur durch Kommode, darauf eine grosse Kristallvase mit Blumen, Teppich und ein teilweise sichtbares Wandbild dargestellt.

Öl auf Leinwand 170 x 130 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams 906? (Datierung unleserlich)
Belvedere Wien Inv.#736, 1945 bei der Auslagerung in Schloss Kirchstetten verschwunden, seither verschollen.
Photo: Künstlerhaus Archiv Wien.

Stefanie Adams, Gattin des Künstlers, geb. Sobotka, 18.9.1881 Wien bis 21.6.1952 Salzburg Aigen. Heirat 25.3.1901 mit John Quincy Adams (Ehe 1919 getrennt, 1920 geschieden). 1921 Wiederverheiratung mit Willy von Gutmann (1889-1966), Ehe aber vor 1924 wieder aufgelöst. Bis 1938 Wohnsitz auf Schloss Würting, danach rassisch verfolgt, überlebt sie in Belgien im Untergund. Nach dem Krieg Rückkehr nach Österreich und Wohnsitz bis zum Tode bei ihrer Tochter Harriet Walderdorff, Salzburg. Biographische Details s. Eintrag „Die Famile der Künstlers“.

Das erste Einzelportrait, das Adams von seiner Gattin Stefanie („Steffy“) nach dem 1904/05 enstandenen „Malers Frau und Tochter Gladys“ gemalt hat. Das Bildnis weist starke Paralellen zu dem späteren (1912) Portrait Steffy Adams auf (sitzende Position, Beine überkreuzt, Interieur, kein Blickkontakt mit Betrachter), allerdings zeigt das vorliegende Portrait eine eindeutig jüngere, verträumtere Persönlichkeit im Vergleich zur nachdenklich-selbstsicheren Steffy Adams von 1912. Beide Portraits stellen die Schönheit der Dargestellten gleichermaßen überzeugend dar.

Das Bild war ursprünglich als Portrait im Freien konzipiert, wie ein Pressebericht des Atelierbesuches vom 21.2.1905 (Neues Wr. Tagblatt, S. 8) dokumentiert: „Frau Adams im Sommerkleid auf einem Bänkchen im Garten sitzend.“ Das fertige Bild ist wohl eine Übermalung/Fertigstellung des Hintergrundes der ersten Studie, da Adams Portraits immer mit der dargestellten Person begann und den Hintergrund erst später komplettierte. Erstausstellung im Künstlerhaus Wien 1905/06 (EL 49 #1417, als „Frauenbildnis“ bez.), daher auch mit 1905/06 datiert (im Gegensatz zur Literatur, z.B. bei APH datiert mit 1907). Das Bild ist auch Gegenstand eines Poems, das das Selbstportrait von Adams in der Buchpublikation „Selbstportraits berühmter Wiener Künstler“ begleitet; auch deshalb wird auf eine Entstehung spätestens Mitte 1906 geschlossen (s. Querverweise). Am 13.4.1906 Ankauf (3000 Kronen) durch das Unterrichstministerium für die Moderne Galerie, dem Vorläufer des Belvedere Wien. Während der Bombenangriffe auf Wien nach Schloss Kirschstetten ausgelagert. Dort im Herbst 1945, bei der Rückführung der Mehrzahl der dort gelagerten Bilder, noch dokumentiert. Dann aber mit weiteren zurückgebliebenen Bildern verschwunden und seither verschollen (zwei der verschwundenen Bilder wurden 1995 und 2014(sic!) ans Belvedere retourniert). Das
Adams Bild (Inv#736) blieb zugleich mit zwei weiteren Gemälden (Inv#2355, sowie #3590) weiterhin verschollen und wurde aus dem Inventar des Belvedere ausgetragen. Auch wenn unwahrscheinlich, lebt die Hoffnung doch, dass dieses vielbewunderte Portrait eines Tages wieder auftaucht.

Ausgestellt

1905/06 Künsterlhaus Wien (EL 49 1905/06 #1417).
1907 Düsseldorf, D. Nat. Kunstausstellung (Portrait Frau A.).
1907/08 Künstlerhaus Wien (EL 51 1907/08 #1962).
1927 Künstlerhaus Wien (EL 78 1927 #1302).

Literatur

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 80, Kat.#49, Abb.#34.

Provenienz

1906 Ankauf vom Künstler für Moderne Galerie (Belvedere) Wien.
1945 bei kriegsbedingter Auslagerung nach Schloss Kirchstetten verschwunden.
Seither verschollen.

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