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Oberstleutnant Danila (Daniel) Papp 1915

Fast-Ganzkörperportrait, stehend, Körper leicht seitlich gedreht, den Betrachter direkt anblicken, die Hände in den Manteltaschen. In blauem Uniformmantel und Feldkappe, am Rücken ein Gewehr geschultert, am Gürtel eine braune Patronentasche, um den Hals ein Fernglas. Hintergrund: befestigte Stellungen, dahinter weite grüne Landschaft und ein grau-blauer wolkenverhangener Himmel.

Öl auf Leinwand 82 x 60 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams. Oberstleutnant Papp. Mahalla 15.V.15.
Heeresgeschichtliches Museum Wien, Inv. Nr. KBI150 Bez.Nr.
2725/2007

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Danila Papp, 20.5.1868 Avram Iancu (bei Arad) bis 30.3.1950 Sibiu; Offizier, Ingenieur und Diplomat.
Dank neuer Rumänischer Quellen konnte die Identität von Oberstleutnant Papp, die noch im 1961 HGM Ausstellungskatalog (Eintrag Liselotte Popelka) als unbekannt galt, identifiziert werden. Geboren in Siebenbürgen, absolvierte er sowohl die Theresianische Militärakademie sowie ein Ingenieursstudium an der Technischen Hochschule in Wien. Vor dem Krieg war er alternierend Professor (in Sibiu und Wien), Mitglied des Ingenieurscorps (in Komoran und Trento) sowie Offizier in verschiedenen Einheiten. Auch während des Krieges nahm er beide Funktionen als Ingenieur und Offizier wahr. Zum Zeitpunkt des Adams Portraits war er Oberstleutnant des Geniestabs und Kommandant einer Hönved (ungarischer Landsturm) Brigade, die als „Papp Brigade“ bekannt wurde. Das Portrait zeigt ihn vor den von ihm und seiner Brigade errichteten Stellungen in Mahala (Mahalla) nahe bei Czernowitz (Bukowina, heutige Ukraine). Für seine Führungsqualitäten und erfolgreiche Einsätze an der Ostfront wurde er zum Oberst befördert. 1918 in die Rumänische Armee übernommen, wurde er 1919 zum Brigadegeneral und 1920 zum Divisonsgeneral befördert. Übertritt in die Reserve 1930 und 1934 in den Ruhestand. 1938 zum Gouverneur des Bezirks Mures ernannt, wurde er 1941 Botschafter am Heiligen Stuhl, von wo er 1944 zurückkehrte. Nach der kommunistischen Machtübernahme wurde er seiner Pension beraubt und auch delogiert. Seine letzten Tage verbrachte er in einem Kellerraum im Haus von Freunden in Sibiu, wo er auch 1950 verstarb und begraben wurde. Danila Papp war verheiratet und hatte einen Sohn, der aber im Ersten Weltkrieg fiel.

Das Adams Portrait des Danila (Daniel) Papp besticht vor allem durch den selbstsicheren, coolen Habitus des Portraitierten, und vermittelt gut seine Persönlichkeit und Führungsqualitäten (die eine große Loyalität seiner Truppen bewirkte), und die von Papp’s Vorgesetzten mehrmals lobend hervorgehoben wurde. Das Portrait wurde vielfach ausgestellt und auch als Kunstpostkarte mit deutsch und ungarischem Titel weit publiziert. Papp wurde auch vom Künstler Oskar Brüch (1869-1943) in einer Zeichnung portraitiert. Nach einer spektakulären Karriere in der k.u.k. Armee und im Königreich Rumänien nach Ende des Krieges wurde er im Alter Opfer der politischen Umstürze in Europa, die zum Eisernen Vorhang führten.
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Querverweise

Links zu seiner Biographie (auf Rumänisch):
Wikipedia

Romania Military

Ausgestellt

Kriegsausstellungen des k.u.k. Kriegspressequartiers:
1915 Wien (#374),
1916 Zürich (#175) und Bern (#2).
1917 Kollektivausstellung Adams/Ohmann Künstlerhaus Wien (#43).
1934 Künstlerhaus Wien (#279).
1961 HGM Wien (#21).

Literatur

Bilder aus dem Ersten Weltkrieg, Katalog, HGM Wien 1961, H Zatschek (Hrsg), Text: L Popelka, Kat #22.

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, 1995, S. 140, Kat.#108, Abb. 79.

Provenienz

Vom Künstler ans Kriegspressequartier und k.u.k. Heeresmuseum.
Heeresgeschichtliches Museum Wien, Inv. Nr. KBI150 Bez.Nr.
2725/2007.

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