John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Martha tadelt ihre eitle Schwester (Kopie nach Lupicini) 1899

Biblische Szene. Eine schöne junge Frau sitzt an einem mit roten Tuch abgedeckten Tisch, darauf ein Spiegel, Schmuckkasette und weitere Preziosen. Sie blickt den Betrachter lächelnd an. Sie ist in einem mit Spitzen und Rot-Goldstickerei reich verzierten blau-weißen Gewand gekleidet, eine hinter ihr stehende Dienerin in gelbem Kleid richtet ihre langen Locken. Daneben steht ihre Schwester, in einem einfachen dunklen Kleid mit roter Ärmeleinfassung, um den Kopf ein weisser Schleier, ihre Hände in bittender, ringender Haltung erhoben.

Öl auf Leinwand 133 x 106 cm
Signatur: keine erkennbar, aber auf Grund der Dorotheums Zuschreibung wohl vorhanden.
Privatbesitz Österreich.

Das Bild ist eine getreue Kopie im identen Format eines Werkes von Francesco Lupicini (ca. 1590-1656), entstanden ca. 1625-1630, aus dem Kunsthistorischen Museum (KHM) Wien (Orginal s. Querverweise). Die Szene war ein weitverbreiteter Topos in der Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Lupicini Orginal ist Bestandteil der kanonischen Bildersammlung, die David Teniers ca. 1660 als Theatrum Pictorium publiziert hat (#241), und taucht in vielen Variationen bei zahlreichen Künstlern auf. Der biblische Kontext ist: Martha von Bethanien beschwört ihre Schwester Maria (Magdalena) eitlen weltlichen Dingen zu entsagen. Die dargestellte Szene ist in der Bibel nicht überliefert, aber beide Schwestern (Geschwister des vom Toten auferweckten Lazarus) kommen im Lukas- und Johannes-Evangelium vor.

Adams hat dieses Werk wohl zur Demonstration seiner Fähigkeiten „altmeisterlich“ zu malen angefertigt. Dass Adams Kopien fremder und eigener Werke gemalt hat ist mit mehreren Beispielen belegt: Romeo und Julia nach Angeli, Künstlerhaus Stifterportrait Metternich-Winneburg (nach älterer Vorlage), Helene Odilon (Eigenkopie), oder bei Portraits von Kaiser Franz Josef (Eigenkopie) und besonders bei Kaiser Karl, wo drei Versionen des gleichen Portraits in verschiedenen Formaten und Hintergründen vom Künstler existieren. Die Lupicini Kopie ist in allen Details dem Orginal getreu. Der dunklere Farbton von Adams‘ Kopie im Vergleich zum Orginal dürfte an den unterschiedlichen Lichtverhätnissen und Qualität der Abbildung zwischen einem Laienphoto (freundlicherweise vom Besitzer zur Verfügung gestellt) und der Museums-Qualität Abbildung aus dem KHM liegen. Die Beschädigung in der Leinwand, die beim Erwerb bei der Dorotheums Auktion 1995 vorhanden war, ist mittlerweise restauriert.

Ausgestellt

Literatur

Provenienz

Unbekannt.
Auktion Dorotheum Wien 20.3.1995 Lot#230.
Privatbesitz Österreich.

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