John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Martha Brünner Happy Days 1905

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Halbportrait, Körper nach links gedreht, Kopf dem Betrachter zugewandt, diesen direkt betrachtend. Die junge Dame trägt ihre braunen Haare hochgesteckt und ist in einen rosa Seidenumhang gehüllt, der die Schultern frei lässt und den sie mit der linken Hand vor der Brust zusammenhält.

JQAW# P_1905_050
Öl auf Leinwand 75 x 58 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams. Happy Days!
Privatbesitz Österreich.
Abbildung: ©PhotoPam

Martha Beatrix Brünner, geb. Burian, 7.7.1889, Gloggnitz, bis ?? (Datum unbekannt).
Martha Burian, Tochter eines Rechtsanwaltes, heiratete (Datum unbekannt) den Industriellensohn (Erzeugung von Petroleumlampen) Alexander Ferdinand Karl Brünner (1883-1974). Ihre Schwester Agathe Karoline B.(1887-1916) verehelichte sich (Datum unbekannt) ihrerseits mit Richard Hanno Ferdinand Brünner (1888-1962), eine Doppelehe der Geschwister zweier Familien, wie sie in Wien um die Jahrhundertwende nicht ungewöhnlich war.

Die Familienbande innerhalb und zwischen den zwei Familien Burian und Brünner sowie die Bekanntschaft/Freundschaft mit John Quincy Adams und seiner Familie dürfte eng gewesen sein, wie Presseberichte über die gemeinsame Teilnahme an Festen des Künstlerhauses (so z.B. 1909 wo sich Mitglieder der Familien Sobotka [1901 verehelichte sich Adams mit Stefanie Sobotka], Burian und Brünner als Personal und Patienten eines altägyptischen Santoriums in Luxor kostümierten). Die Widmung „Happy Days!“ am Portrait bezieht sich wohl als Erinnerung auf diese gemeinsamen lustigen Erlebnisse und nicht etwa auf eine Affaire zwischen Maler und Modell. Dies wird weiters dadurch bestätigt, dass Adams auch die Schwiegereltern Marthas Betty (1906, s. Querverweise) und Leopold Brünner (1907, verschollen) portraitiert hat. Die Verbindung zwischen Martha Brünner und John Quincy Adams bestand weiter, da Adams sie nochmals 1923 portraitiert hat (s. Querverweise), was Martha Brünner zur einer der wenigen Person macht, die Adams außerhalb seiner Familie und dem Kaiserhaus mehrmals portraitiert hat. Wahrscheinlich hat die geteilte Freude am Sport (Martha Brünner war passionierte Reiterin und Golferin, Adams u.a. professioneller Fechter, Bergtourengeher, Segler, Schifahrer und spielte auch Golf) zu dieser langanhaltenden Freundschaft geführt.

Stilistisch ist „Happy Days“ seiner Entstehungszeit (1905) weit voraus. Die rembrandtesquen dunklen Farbtöne, der nur skizzenhaft ausgeführte Umhang, der nachträglich durch expressionistische Pinselstriche strukturiert wurde, sowie der flächige, dunkle Farbhintergrund verweisen auf Adams Portraitstil in den 1920er Jahren. Ein zeitgleiches Pendent ist das Portrait der Ida Lichtenstern Kohn Nauss ca. 1907. Im Vergleich zu andern Portraits von Adams vor dem ersten Weltkrieg sind diese zwei Portraits, die wohl privat angefertigt wurden, definitiv „moderner“ und wegweisender, was ihren besonderen Reiz ausmacht.

Querverweise

Betty Brünner 1906 (Schwiegermutter)

Ferdinand Brünner 1907 (Schwiegervater), verschollen.

Martha Brünner 1923

Ida Lichternstern Kohn Nauss ca. 1907

Ausgestellt

Künstlerhaus Wien 1905 (EL 48 1904/05 #3457, dort als Portraitskizze bez., aber Zuschreibung ungewiss).

Akademie Schillerplatz Wien 1986, Wiener Gesellschaft im Portrait, Katalog Nr. 12

Literatur

Schaffer/Eisenburger 1986, Ausstellungskatalog #12 (ohne Abb.).

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 73, Kat.#42 (o. Abb).

Provenienz

Familie Brünner Wien.
Unbekannt.
Privatbesitz Österreich.
Dessen Familiennachkommen.

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