John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Knabenbildnis Breycha-Vauthier 1910

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Ganzkörperportrait en face eines stehenden 7-jährigen Knaben, der den Betrachter freundlich anblickt. Er trägt enge schwarze Hosen, schwarze Lackschuhe, und einen schwarzen taillierten Oberrock, dessen Kragen und Ärmel durch weiße, wellig-plissierte Überschläge verziert sind. Rechts neben ihm auf einer Steinbank sitzend ein weiß-schwarzer Russell Terrier Hund. Im Hintergrund Parklandschaft.

JQAW# P_1910_180
Öl auf Leinwand 138 x 72 cm
Signatur: nicht erkennbar.
Privatbesitz Österreich.

Dr.Dr. Arthur Breycha-Vauthier de Baillamont, 1.7.1903 Wien bis 15.2.1986 Gut Langg, Feldkirchen, Kärnten.
Sohn des Ministerialbeamten Arthur B-V und der Maria B-V, geb. von Czyhlarz, wuchs er in Wien auf. Volksschule und Gymnasium (Thersianum) in Wien, 1921-26 Studium u.a. der Rechtswissenschaften in Wien und Insbruck und Promotion (Dr.jur und Dr. rer.pol.). 1928-46 Mitarbeiter und später Leiter der Bibliothek des Völkerbundes (Vorläufer der UNO) in Genf. 1943 Verehelichung mit Graziella B-V, geb. Segantini (1911-1995), eine Enkeltochter des symbolistischen Malers Giovanni Segantini (1858-1899).1964-68 österr. Botschafter in Beirut. 1968-75 und 1976-1977 Direktor der Diplomatischen Akademie Wien.

Botschafter Breycha-Vauthier war neben seinen Tätigkeiten als Bibliothekar, Botschafter und Publizist auch ein anerkannter Kunstexperte mit umfassendem Wissen zum Werk von John Quincy Adams. Neben seinem Kinderbildnis, nannte er auch ein Adams Frauenportrait (nicht lokalisiert) sein eigen, das mglw. seine Mutter Maria B-V, geb. von Czyhlarz (1878-1962) darstellt. Als Botschafter in Beirut identifizierte er auch zwei Adams Portraits von Herrn und Frau Homsi, die in deren Familiensitz in Haleb (Aleppo) in Syrien beheimatet sind. Sein schriftlicher Privatnachlass ging an das Landesarchiv Kärnten, wurde dort jedoch undankbarerweise teilweise, v.a. bez. seiner umfangreichen kunsthistorischen Materialsammlung, kartiert (d.h. vernichtet).

Das Knabenbildnis Breycha-Vauthier erhält seinen besonderen Reiz aus der intimen, freundlichen Atmosphäre, die Adams eingefangen hat, was wohl auch durch die Anwesenheit des Hundes der Familie erleichtert wurde. Der wiederkehrende Schwarz-Weiss Hell-Dunkel Kontrast (Kleidung, Hund, Hintergrund, leider nur unvollständig dokumentierbar) gibt dem Bild einen besonderen künstlerischen Reiz. Die an mittelalterliche Knappengewänder erinnernde Kleidung des Knaben entsprach den modischen Vorstellungen der Jahrhundertwende, in der in Kleidung und Frisur eine Unterscheidung der Geschlechter der Kinder oftmals nicht stattfand, was trotz der (aus heutiger Sicht) modebedingten Fremdheit, ein durchaus moderner Erziehungsansatz war.

Bereits zu Lebzeiten hat Botschafter Breycha sein Kinderbildnis leihweise Baron Heinz Kriegs-Au in Wien überlassen (Korrespondenz B-V mit Gesellschaft der Freunde der Bildenden Künste Wien vom 28.10.1985), wo es auch nach dessen Tod 1986 verblieben ist. Leider war die Familie Kriegs-Au nicht bereit, für diesen Katalog ein Farbabbild zur Verfügung zu stellen um so das Andenken an Botschafter Breycha-Vauthier zu ehren. Die Farbdokumentation des Bildes (S/W aus dem Künstlerhausarchiv Wien) war deshalb nur annäherungsweise mit Hilfe eines privaten Farbphotos aus der 1986 Ausstellung und nur in Teilen möglich.

Ausgestellt

1986 Akademie Schillerplatz Wien 1986, Wiener Gesellschaft im Portrait, Katalog Nr. 23.

Literatur

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 99, Kat.#67, Abb.#49.

Schaffer/Eisenburger 1986, Ausstellungskatalog #23 (o.Abb.).

Provenienz

Der Dargestellte.
Vor 1985 leihweise Baron Heinz Kriegs-Au Wien überlassen, wo
es nach dem Tod des Dargestellten verblieb.
Privatbesitz Österreich.

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