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Interieurstudie zu Portrait Johann II. Liechtenstein 1908

Ansicht eines Salons in einer mit einer weiß-goldenen Vertäfelung ausgestatteten barocken Zimmerflucht. Im Zentrum ein runder Tisch, um den ein Sofa und vier mit rotem Brokat bespannte Lehnsessel gruppiert sind. Links ein Fenster mit weissem Vorhang und dunkelroten Seitenteilen. Im Hintergrund eine halb geöffnete Doppelflügeltüre, die den Blick in einen weiteren Salon freigibt. In diesem befindet ein durch einfallendes Sonnenlicht hell erleuchteter weißer Sessel mit goldener Polsterung vor einem goldenen Vorhang. Neben der Sitzgruppe ist der Salon durch kaskadenartige Wandkerzenleuchter, einer auf einem zierlichen Tisch befindlichen Laterne, sowie einem Chinoiserie-Schrank, auf dem sich ein silbernes Gefäß befindet, ausgestattet.

Öl auf Karton 66 x 47 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams. Merry Christmas. 1908.
Privatbesitz Österreich.

Diese Interieurstudie war eine Vorarbeit zu dem Portrait des Fürsten Johann(es) II. von und zu Liechtenstein, mit dem Adams von der Gemeinde Wien im Jahre 1908 beauftragt wurde. Dieser Auftrag stellte seitens der Stadt Wien eine Ehrung des Fürstens in Anerkennung seines großzügigen Mäzenatentums dar. Das dargestellte Interieur ist im Portrait getreulich dargestellt, lediglich der rechte Bildrand mit der weißen Wandvertäfelung und den zwei rechten Lehnsesseln ist im Portrait durch einen Vorhang und den portraitierten Fürsten verdeckt.

Der dargestellte Salon befand sich wohl im Stadtpalais Liechtenstein, das 1691-1694 im Stile des italienischen Hochbarock errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert umgebaut und teilweise im Stile des zweiten Rokoko umgestaltet, wurde das Palais im Zweiten Weltkrieg durch Bomben und ein abgestürztes Flugzeug schwer beschädigt und nach dem Kriege wieder aufgebaut. Zuletzt 2013 vorbildlich restauriert, ist das Stadtpalais Liechtenstein (die Fürstenfamilie besitzt in Wien ein weiteres sogenanntes Gartenpalais) eines der prunkvollsten privaten Palais der Stadt, das sowohl als Residenz als auch im 19. Jahrhundert der Unterbringung der exzeptionellen Kunstsammlung der Fürstenfamilie (nunmehr in Vaduz) diente. Das Palais ist Sitz der Liechtenstein’schen Privatbank, die Prunkräume können für Veranstaltungen gemietet und auch nach Voranmeldung besichtigt werden.

Die Interieurstudie hat Adams wohl in Abwesenheit des Hausherrn im Stadtpalais Liechtenstein angefertigt und diese dann bei der Fertigstellung des Portraits Johann II. Liechtenstein verwendet. Anschließend wurde die Studie laut Widmung als Weihnachtsgeschenk an eine unbekannte Person, die mit Adams entweder freundschaftlich oder durch Aufträge verbunden war, überreicht.
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Ausgestellt

Literatur

Provenienz

Unbekannt.
Kunsthandel Oberösterreich.
Dorotheum Linz, Auktion 5.10.2021 Lot 194.
Privatbesitz Österreich.

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