John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Fenza Sobotka 1912

Ganzkörperportrait sitzend in Linksprofil-Ansicht. Die Dargestellte sitzt hochaufgerichtet in einem goldenen, thronähnlichem antikisierenden ein-lehnigen Empire-Sessel, die rechte Hand auf der Sessellehne angestützt, mit der linken eine lange Perlenkette spielerisch haltend. Sie trägt ein bodenlangen weißes glänzendes Seidenkleid, darüber einen pupurfärbigen Chiffon, der über den Sessel hinab zum Boden reicht. Ihr braunes Haar ist hochgesteckt, und von einem schwarzen, gold-eingefaßten Haarreifen gehalten. Wohninterieur durch einen braunen Parkettpoden, einer weißen Wand und einen bis zum Boden reichenden Gobelin Vorhang, sowie einem drei-flammigen Messing-Wandluster dargestellt.

Öl auf Leinwand, ca. 200 x 150 cm.
Signatur: John Quincy Ɑdams
Unbekannter Verbleib und Besitz.
Abbild: Westermanns Monatshefte 9-11 1913, S. 95

Fenza Sobotka, geb. Cederbergh?, keine weiteren biographischen Daten bekannt.
Das im antikisierenden Empirestil gestaltete Portrait stellt Fenza Sobotka, kurzzeitige Schwägerin von Adams dar. Es ist wohl anlasslich der Vermählung von Fenza mit Hanns (Hans) Sobotka (1877-1947), Schwager von Adams, entstanden. Das Datum der Hochzeit ist unbekannt, kann jedoch auf den Zeitraum Ende 1910 (2.11.1910 Austritt Hanns Sobotka’s vom jüdischen Glauben, ein Akt der bei seinen Geschwistern wie Alice Hauser der Vermählung voranging) und dem Kriegsausbruch 1914 eingegrenzt werden. (Valentin Sobotka berichtet in seinen Lebenserinnerungen Ways and Issues Retraced 1980, S.79, zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs: „Hanns‘ first marriage had recently ended in divorce.“). Möglicherweise ist das Bildnis bereits 1911 entstanden, was die kurze Ehe Fenza-Hanns Sobotka mit 1911/12 bis 1913/14 eingrenzt. Nach 1912 verlieren sich die Spuren der Fenza Sobotka. Lediglich in einem Zeitungsphoto aus 1923 wird sie einmalig erwähnt (Wiener Salonblatt 24. Februar 1923 S.7, dort als „Fenza Sobotka, geb. Cederbergh aus Schweden“ identifiziert“). Unklare Quellen berichten auch von Aufenthalten in den USA, wohin Fenza möglicherweise ausgewandert ist. Ihr Leben ist weiterhin rätselhaft und undokumentiert.

Das Bildnis verblieb bei Adams (es ist auf einem Atelierphoto aus ca. 1914 noch dokumentiert), der es weit publizierte (auch als Kunstpostkarte), auch wenn der Farbton dieser Reproduktionen doch sehr unterschiedlich ist (der Chiffon erscheint alternativ als pupur oder auch als bläulich, der generelle Farbton des Bildes hell bis dunkel gedämpft). Es ist wahrscheinlich, daß sich das Bild auch im Nachlass von Adams befand, aber keine der vorhandenen Quellen (Künstlerhausarchiv, Nachlass Gräfin Walderdorff, Forschungsarchiv zur 1986 Adams Ausstellung) enthält einen Hinweis auf das Bildnis, das deshalb als verschollen gilt. Falls es noch existiert, werden der/die Besitzer/in gebeten, Kontakt mit dem Katalogherausgeber aufzunehmen.

Ausgestellt

1912 Künstlerhaus Wien #357 (EL 57 1912/13 #1388, als Portrait Frau F Sobotka bez.), in der Presse als Portrait Fenza Sobotka identifiziert (Wiener Sonn- und Montagszeitung 1. April 1912, S.11 und dort eher kritisch besprochen).

Literatur

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 107, Kat.#75 Abb.#54.

Provenienz

Verschollen.
Unbekannter Privatbesitz.

Top