John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Cometesse Colloredo 1923

Ganzkörper-Mädchenportrait (im Alter von 10 Jahren) in freier Landschaft. Die Dargestellte ist in liegender, halbaufgerichteter Stellung, die Beine leicht angezogen, den rechten Arm am Boden abgestützt und einen weiß-schwarzen Terrier Hund haltend, portraitiert. Sie trägt in ein blaues Samtkleid mit weißen Spitzenkragen und Ärmeleinfassungen.

Öl auf Leinwand 88 x 88 cm
signiert: John Quincy Ɑdams 1923
Privatbesitz USA.

Maria Eleonore Franziska „Pepinella“ Colloredo-Mansfeld (13.8.1913 Paris – 4.9.1955 Wien). Tochter des Grafen Ferdinand Colloredo-Mansfeld und seiner in den USA geborenen Gattin Eleonore C-M, geb. Iselin (s. deren meisterliches Portrait von Philip de László). Jugend in Frankreich und auf dem elterlichen Schloss Sierndorf und in Wien. 1938 Heirat mit Friedrich (Frederick) Wilhelm (William) von Meister (1903-1978) in New York (Long Island), danach Wohnsitz in den USA (Peapack und Bernardsville, New Jersey). Drei Kinder. Von schwerer Krankheit gezeichnet kehrte sie 1955 auf das elterliche Schloss zurück, wo sie jung verstarb. Bestattet in der von Meister Familiengruft Frankfurt am Main. Friedrich Wilhelm von Meister verheiratete sich nochmals, und zwar mit der Cousine der Dargestellten Agnes „Nesi“ von Colloredo-Mansfeld (1924-1970).

Das Portrait der Comtesse Pepinella Colloredo-Mansfeld (der italienische Rufname wurde ihr vom Vater nach einem Italienaufenthalt verliehen) ist zweifelsohne eines der charmantesten Kinderportäts von Adams. Es erregte bei der Ausstellung im Künstlerhaus Wien 1923 Aufsehen und wurde von der Presse vielgepriesen, mehrfach (S/W) publiziert, und als „blue girl“ bezeichnet, in Referenz zu dem berühmten Gainsborough Portrait „the blue boy“ (Huntington Library, San Marino, USA). Ein bisher unbekanntes Adams Kinderportrait „zwei Schwestern“ ebenfalls 1923 datiert, das rezent im Kunsthandel in den USA aufgetaucht ist, weist eine Reihe von Parallelen zu dem Portrait Colloredo-Mansfeld auf (freie Landschaft als Hintergrund, blaues Gewand mit weißen Spitzenkragen, Pinselführung, s. Querverweise). Eine Identifizierung der zwei Portraitierten war bislang nicht möglich, aber eine Verbindung zur engeren Familie der Comtesse Colloredo-Mansfeld ist wohl auszuschließen.

Ausgestellt

1923 Künstlerhaus Wien (EL 70 1923/24 #222, dort fälschlich als „Comtesse Koloredo“ bez.)

Literatur

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 180, Kat.#147, Abb.#100 (S/W).

Provenienz

Dargestellte.
Deren Nachkommen,
Privatbesitz USA.

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