John Quincy Adams, Werkschau John Quincy Adams, Bilder von John Quincy Adams

Angelus 1901

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Bildbeschreibung s. unten.

Öl auf Leinwand 110 x 115 cm
Signatur: nicht erkennbar, laut APH sign. u. dat 1901
Unbekannter Privatbesitz Österreich.
Abbildung: zusammengesetzt aus S/W Reproduktion (Künstlerhausarchiv) und Farbinsert eines Privatphotos (APH, 1995, Abb.3).

Hafenszene am Abend. Zwei holländische Fischer in weiten Hosen und Holzpantoffeln sitzen ihre Mützen in der Hand haltend auf der Mauer eines gepflasterten Quais, von dem die Holzkonstruktionen mit Pfeilern und Querverstrebungen der Docks aufragen und an dem mehrere kleinere Ruderboote vertäut sind. Am Boden ist eine massive Ankerkette sichtbar. Dahinter die offene Wasserfläche des Hafens, im Hintergrund Uferlinie und ein hoch aufragender Schiffsmast.

Der kontemplative Titel „Angelus“, den Adams für dieses Stimmungsbild aus Holland (wohl Volendam) gewählt hat, weist auf die Tradition des Angelus-Läutens (Früh, mittags, abends) hin und ist wohl in Referenz an das damals sehr bekannte Angelus Gemälde von Jean-François Millet, 1857–59 (heute im Louvre) gewählt worden. Das Millet Bild war im 19. Jahrhundert weitverbreitet und hat viele Künstler inspiriert, wie noch z.B. Salavador Dali im Jahre 1934.
Die zwei Fischer, deren entblößtes Haupt entweder auf ein kurzes Gebet oder an ein Innehalten nach Feierabend hinweist, tragen typische holländische Fischertracht, deren gedämpfte Farben noch durch den Schatten, der bereits auf den Quai gefallen ist, akzentuiert wird. Demgegenüber ist die Wasserfläche im Hintergrund noch sonnenbeschienen, was dem Bild einen interessanten Hell-Dunkel Kontrast verleiht.

Das Bild, das Adams erstmals im Wiener Künstlerhaus 1902 ausgestellt hat (EL 45 1902 #996) blieb (wohl wegen des stolzen Preises von 5000 Kronen) unverkauft und wurde erst eineinhalb Jahre später bei einer Versteigerung im Künstlerhaus von unbekannt erstanden. Angelus ist ein frühes Hauptwerk des Künstlers, das auch mehrfach reproduziert wurde. Adams muss dieses Bild sehr geschätzt haben, da er es 1908 in seinem ikonischen Familienportrait im Hintergrund stilisiert, aber doch klar erkennbar allerdings als Querformat (s. Bildvergleich in den Querverweisen), wiederum dargestellt hat. Die Provenienz des Bildes ist unbekannt. APH gibt Privatbesitz Wien an und dokumentiert auch ein privates (unscharfes) Photo eines Ausschnitts des Bildes, Angaben, die aber aufgrund fehlender Dokumentation, nicht überprüft werden konnten. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses bedeutende Werk des Künstlers in Zukunft auch einmal in guter Qualität vollständig in Farbe dokumentiert werden kann.

Ausgestellt

1902 Künstlerhaus Wien (EL 45 1902 #996) als Angelus (Holland).
1903 Künstlerhaus Wien (EL 46 1903 #1849) als Angelus.
1903 Künstlerhaus Wien (EL 47 1903/04 #74) als Angelus.

Literatur

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 40, Kat.#9 (Abb. 2 und 3).

Provenienz

1903 Auktion Künstlerhaus Wien 14.12.1903 Lot#1.
Jul(ius?) Kohn, Wien.
Unbekannt.
1995 Privatbesitz Wien (APH, undok.).
Unbekannter Privatbesitz, Österreich.

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