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Dr. Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn 1913

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Oberkörper Portraitstudie in schwarzem Frack, weißem Hemd mit Fliege und weißer Weste. Er trägt einen Schnauzbart, auf der Nase ein Nasenkneifer mit ovalen Brillengläsern.

Öl auf Karton 77 x 63 cm
Signatur: John Quincy Ɑdams
Theresianum Wien.

Dr. Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn (26. 2.1851 Wien bis 20. 4.1918 Wien). Absolvent und langjähriger Direktor der Theresianischen Akademie (Theresianum), vielfach Minister, drei mal Minsterpräsident. S. seinen Eintrag im OeBL.

Das vorliegende Portrait ist eine Vorstudie zu einem größeren Portrait, das entweder nie ausgeführt wurde, oder verschollen ist. Die Studie stammt aus 1913, also nach der Zeit seiner aktiven politschen Ämter, wobei Gautsch-Frankenthun weiterhin als Mitglied der Herrenhauses und enger Vertrauter Kaiser Franz Josefs I. fungierte. Das Portrait ist eher konventionell, lediglich der völlig objektfreie Hintergrund ist bemerkenswert, allerdings für eine Studie auch wiederum nicht ungewöhnlich. Der energische, selbstsichere Blick des Portraitierten ist im Bild trefflich eingefangen.

Dazu gibt es eine überlieferte Anektote. Unter den Absolventen des Theresianums war es üblich, daß sie sich unabhängig von sozialem Status und Rang mit Du ansprachen. (Ein Zeichen der gemeinsamen Zugehörigkeit zu einer Elite, wie es auch unter Aristrokraten und unter den Offizieren der k.u.k. Armee üblich war.) Bei Antritt als Unterrichtsminister wird Gautsch-Frankenthurn von Senior-Sektionschef Herzmanovsky-Orlando (dem Vater des Schriftstellers Fritz H.-O.) in einer kurzen Rede begrüßt, wobei er den Minister (mit dem er am Theresianum gemeinsam die Schulbank gedrückt hatte) mit Du ansprach. Gautsch-Frankenthurm antwortete eisig: "Ich danke Ihnen Herr Sektionschef", eine arrogante Zurückweisung des Du-Wortes, das betretenes Schweigen im Raum auslöste. Darauf Hermanovsy-Orlando: "Aha, ich merke, du verschmähst das brüderliche Du. Aber gestatte, daß ich es noch einmal anwende. Du kannst mich kreuzweis..." An nächsten Tag zog er sich ins Privatleben zurück. (J. Twaroch, Österreichsicher Anekdotenschatz, Kral, 2014, S.85.)

Ausgestellt

1913 Künstlerhaus Wien (EL 58 1913/14 #1363).

1986 Akademie Schillerplatz Wien, Wiener Gesellschaft im Portrait, Katalog Nr. 26.

Literatur

Schaffer/Eisenburger 1986, Ausstellungskatalog #26. (m S/W Abb.)

APH, Werksverzeichnis JQA 1995, S. 113 Kat.#81, Abb.#57.

Provenienz

Graphische Lehr- und Versuchsanstalt Wien.
Unbekannt.
Theresianum, Wien.

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